Gemeinsam entscheiden
Ziele, Nutzen, Sorgen und Alternativen werden offen besprochen. Eine Vereinbarung wird nicht mit einer Anweisung verwechselt.
Verantwortung teilen
Adhärenz entsteht nicht allein bei der einzelnen Person. Auch Kommunikation, Zugang, Abläufe und die Gestaltung der Versorgung wirken mit.
Was unterstützen kann
Ziele, Nutzen, Sorgen und Alternativen werden offen besprochen. Eine Vereinbarung wird nicht mit einer Anweisung verwechselt.
Menschen erfahren, wofür ein Schritt gedacht ist, wie er funktioniert und woran sie die richtige Anwendung erkennen.
Technik und Verständnis werden nicht einmalig vorausgesetzt, sondern im Verlauf wieder aufgegriffen.
Abläufe, Termine, Zugang und Zahl der notwendigen Schritte werden so einfach wie medizinisch möglich gestaltet.
Anforderungen des Gesundheitssystems
Der Gemeinsame Bundesausschuss beschreibt für strukturierte Behandlungsprogramme unter anderem evidenzbasierte Behandlung, Qualitätssicherung, Schulungen, Dokumentation und Evaluation. Damit wird Adhärenz nicht nur zur Aufgabe der Versicherten. Aus diesen Anforderungen lässt sich auch eine Verantwortung für die Qualität der Versorgung ableiten.
Ob ein einzelnes Programm die gewünschten Wirkungen erreicht, muss dennoch gesondert untersucht werden. Anforderungen und tatsächlich nachgewiesene Ergebnisse sind zwei verschiedene Ebenen.
Maßnahmen und Patientenprogramme
Erinnerungen können bei unbeabsichtigtem Vergessen helfen. Sie beantworten aber keine Sorge vor Nebenwirkungen, verringern keine komplizierte Anwendung und ersetzen keine gemeinsame Entscheidung. Häufig braucht es mehrere, aufeinander abgestimmte Bestandteile.
Übersichten zu Patientenprogrammen berichten mögliche Verbesserungen bei Adhärenz, Lebensqualität oder klinischen Ergebnissen. Programme, Zielgruppen, Messmethoden und Finanzierung unterscheiden sich jedoch deutlich. Deshalb darf kein einzelnes Ergebnis pauschal übertragen werden.
Kosten und Ressourcen
Niedrige Adhärenz kann zusätzliche medizinische Versorgung und höhere Gesamtkosten mitverursachen. Die Höhe unterscheidet sich jedoch stark nach Erkrankung, Therapie, Messmethode und Gesundheitssystem.
Erkrankung, Land, Zeitraum und Kostenart müssen sichtbar bleiben.
Zuzahlungen und organisatorischer Aufwand können die Anwendung selbst erschweren.
Gesundheit, Lebensqualität und Belastung dürfen nicht auf Einsparungen reduziert werden.
Beobachtete Mehrkosten zeigen nicht automatisch, was sie im einzelnen Fall verursacht hat.
Welche Kosten gemeint sein können
Behandlungen, Notfallversorgung, Krankenhausaufenthalte und zusätzliche Termine.
Zeit, Wege, Organisation, Zuzahlungen, Arbeitsausfälle und Unterstützung durch Angehörige.
Auch Schulung, Begleitung, Technik und Programme benötigen Ressourcen und müssen evaluiert werden.
Beteiligung, Nutzbarkeitstests, Evaluation und die schrittweise Weiterentwicklung guter Angebote benötigen ebenfalls Ressourcen.
Was daraus folgt
Adhärenz wird durch Entscheidungen und Fähigkeiten des Menschen ebenso geprägt wie durch Kommunikation, Zugang, Abläufe und Behandlungslast.
Maßnahmen sollten am ermittelten Grund ansetzen und mit patientenrelevanten, klinischen und wirtschaftlichen Ergebnissen geprüft werden.
Woran erkennen wir im Alltag, ob die Maßnahme Menschen wirklich erreicht?
Teilnahme, Erinnerungen oder höhere Nutzungszahlen belegen allein weder eine bessere Versorgung noch geringere Gesamtkosten.
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