Transparente Wissensbasis

Vertrauen braucht nachvollziehbare Quellen.

Fachliche Aussagen werden belegt. Unsicherheiten und Grenzen bleiben sichtbar. Persönliche Erfahrung erhält eine eigene Kennzeichnung.

Unsere Quellenlogik

Vier Ebenen, die nicht vermischt werden.

01

Übergreifende Evidenz

Übersichten und Leitlinien

Sie bilden eine bevorzugte Grundlage für übergreifende Aussagen. Qualität, Aktualität und Übertragbarkeit bleiben trotzdem prüfpflichtig.

02

Einzelne Studien

Hinweise mit begrenzter Reichweite

Ergebnisse werden mit untersuchter Gruppe, Erkrankung, Zeitraum und Messmethode dargestellt und nicht verallgemeinert.

03

Gesundheitssystem

Richtlinien und offizielle Anforderungen

Sie zeigen, was Programme und Versorgung leisten sollen. Daraus folgt noch kein automatischer Wirksamkeitsnachweis.

04

Persönliche Perspektive

Erfahrung als sichtbare Erfahrung

Erlebnisse können Zusammenhänge verständlich machen. Sie werden niemals als allgemeiner wissenschaftlicher Beleg ausgegeben.

Vor jeder Veröffentlichung

Acht redaktionelle Fragen.

  1. Ist die Quelle auffindbar und im Original geprüft?
  2. Passt die Quelle genau zur öffentlichen Aussage?
  3. Welche Menschen, Erkrankungen und Zeiträume wurden untersucht?
  4. Wie wurde Adhärenz definiert und gemessen?
  5. Welche Unsicherheiten oder Einschränkungen nennt die Quelle?
  6. Wer hat die Untersuchung finanziert und bestehen Interessenkonflikte?
  7. Ist die Aussage verständlich, ausgewogen und noch aktuell?
  8. Ist klar erkennbar, ob es sich um Evidenz, eine Systemanforderung oder persönliche Erfahrung handelt?

Offene Recherchefelder

Wo wir noch keine starken Aussagen treffen.

  • Im AufbauKrankheitsakzeptanz und Identität
  • Im Aufbaupsychische Belastung und kognitive Beanspruchung
  • Recherche offenAutonomie und innerer Widerstand gegen Vorgaben
  • Erste Übersicht vorhandenBelastung von Angehörigen
  • Keine Universalsummedeutsche gesamtwirtschaftliche Kostenschätzungen
  • Evidenz uneinheitlichEvaluation von Patientenprogrammen außerhalb von DMP und DiGA

Öffentliches Quellenregister

Welche Quelle trägt welche Aussage?

Die interne Arbeitsbasis umfasst derzeit 55 Quellen. Öffentlich erscheinen nur ausgewählte Fundstellen, deren Original, Aussage, Grenzen und Verwendung geprüft wurden. Diese Auswahl ist ein Arbeitsstand vom 17. August 2026.

Grundlagen

Begriff, Verlauf und gemeinsame Entscheidung

  1. WHO: Adherence to Long-Term TherapiesGrundlagenbericht, 2003Verwendet für: multifaktorielle Einordnung; historische Ausgangsbasis
  2. Vrijens et al.: ABC taxonomy for medication adherenceTaxonomie, 2012Verwendet für: Therapiebeginn, Umsetzung, Therapieabbruch und Persistenz
  3. Haag et al.: German translation of the ABC taxonomyDelphi-Konsens, 2020Verwendet für: deutsche Fachbegriffe
  4. NICE: Medicines AdherenceLeitlinieVerwendet für: gemeinsame Entscheidungen, bewusste und unbeabsichtigte Abweichung

Mensch, Psyche und Alltag

Überzeugungen, Identität und Behandlungslast

  1. Horne et al.: Necessity–Concerns FrameworkMetaanalyse, 2013Verwendet für: wahrgenommene Notwendigkeit und Sorgen
  2. Sav et al.: Burden of treatment for chronic illnessKonzeptanalyse und ÜbersichtVerwendet für: Definition der Behandlungslast
  3. Demain et al.: Living with, managing and minimising treatment burdenSystematische qualitative Übersicht, 2015Verwendet für: Alltag, Identität, Beziehungen und adaptive Strategien
  4. Aujla et al.: Illness beliefs and self-managementSystematische Übersicht und Metaanalyse, 2016Verwendet für: Krankheitsvorstellungen und Selbstmanagement
  5. Lammila-Escalera et al.: Mental–physical multimorbidity and adherenceSystematische Übersicht, 2024Verwendet für: Koordination, Evidenzlücken und Grenzen allgemeiner Maßnahmen bei psychisch-körperlicher Mehrfacherkrankung
  6. NICE: Decision making in adult mental health servicesQualitätsstandardVerwendet für: unterstützte gemeinsame Entscheidungen in der psychischen Versorgung

Anwendung und digitale Angebote

Technik, Nutzung und zusätzliche Arbeit

  1. Cho-Reyes et al.: Inhalation Technique ErrorsSystematische Übersicht und Metaanalyse, 2019Verwendet für: Häufigkeit und Bedeutung von Anwendungsfehlern
  2. Deutsche Atemwegsliga: Richtig inhalierenAnleitungen und ChecklistenVerwendet für: praktische Anleitung und erneute Technikprüfung
  3. Figueiredo et al.: Adherence to Digital Health TechnologiesSystematische Übersicht, 2025Verwendet für: Faktoren digitaler Nutzung
  4. Polus et al.: Digital interventions and treatment burdenSystematische Übersicht, 2025Verwendet für: digitale Entlastung und zusätzliche Arbeit
  5. BfArM: DiGA-LeitfadenOffizielle AnforderungenVerwendet für: Nutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und Versorgungseffekte
  6. WHO: Meaningful engagement of people with lived experienceWHO-Rahmen, 2023Verwendet für: Teilhabe, Inklusion und gelebte Erfahrung als Expertise in der Mitgestaltung

Versorgung, Programme und Kosten

Anforderungen, Maßnahmen und wirtschaftliche Einordnung

  1. G-BA: Disease-Management-ProgrammeOffizielle ThemenseiteVerwendet für: Aufgaben, Schulung, Dokumentation und Evaluation
  2. Cochrane: Ways to help people follow prescribed medicinesSystematische ÜbersichtVerwendet für: Grenzen allgemeiner Adhärenzmaßnahmen
  3. The Impact of Patient Support Programs in EuropeSystematische Literaturübersicht, 2022Verwendet für: mögliche Wirkungen und Heterogenität von Patientenprogrammen
  4. Cutler et al.: Economic impact of medication non-adherenceSystematische Übersicht, 2018Verwendet für: wirtschaftliche Zusammenhänge und ihre Grenzen

Was daraus folgt

Erkenntnis wird zur Gestaltungsaufgabe.

01

Erkenntnis

Eine Quelle wird erst dann hilfreich, wenn sichtbar ist, welche Aussage sie trägt, für wen sie gilt und wie Adhärenz gemessen wurde.

02

Konsequenz

Jede zentrale Aussage erhält einen direkten Quellenlink, einen Verwendungszweck und eine sichtbare Grenze der Übertragbarkeit.

03

Prüffrage

Woran erkennen wir im Alltag, ob die Maßnahme Menschen wirklich erreicht?

04

Grenze

Auch hochwertige Übersichten beseitigen Unsicherheit nicht vollständig; offene Felder bleiben als solche gekennzeichnet.

Methodische Grundlagen

Gute Gesundheitsinformation

  1. Netzwerk Evidenzbasierte Medizin: Gute Praxis Gesundheitsinformation 2.0Transparenz, Inhalt und Vermittlung
  2. WHO: Health literacyZugang, Verständnis, Bewertung und Anwendung von Gesundheitsinformationen
  3. AHRQ: Health Literacy Universal Precautions ToolkitVerständliche und nutzbare Gesundheitskommunikation